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Am 23. April 2011 abends um 19:00 Uhr wurde in Ried im Innkreis der Osternacht-Gottesdienst von Pfr. Mag. Werner Leidenfrost vor dem Kircheneingang feierlich mit der Feuersegnung eingeleitet. Der festliche Rahmen dieses Gottesdienstes wurde im Teil der Taufwasserweihe und der Erneuerung des Taufversprechens durch zwei Erwachsenentaufen mit Firmung verstärkt. Die beiden neuen Christen, Herr Sattar SABOURI (14 Jahre) und seine Schwester Setareh SABOURI (19 Jahre), haben sich durch einen Einführungsunterricht, der sich über Wochen hin erstreckte, in die wichtigsten Grundzüge der christlichen Religion und unserer Kirche vorbereitet. Sie haben auch durch die Mitfeier der Gemeindegottesdienste Einblick in unser Kirchenverständnis erhalten und sich gerade deshalb für unsere Kirche entschieden, weil Sie sich bei uns frei und in ihrer Eigenverantwortung nicht bevormundet fühlten. Die beiden neuen Christen wurden nun auch im Gottesdienst besonders mit eingebunden. So hatten sie vom Pfarrer den Friedensgruß bekommen und anschließend als Zeichen ihrer Verbundenheit mit der Gemeinde im Kirchenraum an Alle ausgeteilt. Auch bei der Kommunionfeier, die ja für die Beiden das Erstabendmahl war, wurden sie herausgehoben. Sie bekamen als Erste das Brot - den Leib Christ - und den Kelch – das Blut Christi – gereicht. Während der Zeremonie für Taufe und Firmung war auch bei beiden tiefe Ergriffenheit sichtbar. Mit feuchtglänzenden Augen waren sie sich der Anwesenheit des Heiligen Geistes und der Gottesnähe voll bewusst, und nicht nur die beiden, sondern auch alle anwesenden Gläubigen wurden von diesem unsichtbaren Heiligen Geist erfasst und inspiriert. Ein wahrlich schönes, feierliches und ergreifendes Erlebnis der Nähe Gottes. Die Feier fand den Ausklang bei einer anschließenden Agape in den Gemeinderäumen mit den beiden neuen Altkatholiken, dem Gemeindevorstand mit Pfarrer und den Gläubigen, welche bei diesem Osternacht-Gottesdienst mitgefeiert hatten. Eine kurze Replik: Anfang August vorigen Jahres kamen sie mit Ihrer Mutter aus dem Iran in Österreich an, wo sie in der Erstaufnahmestation Thalham registriert wurden. Bereits am 04.08.2010 wurden sie in die Betreuungseinrichtung Landhaus Lintner in Wolfsegg a.H. überstellt, wo sie auch derzeit wohnhaft sind. Am 17. März d.J. erhielten Sie den positiven Bescheid, dass sie nun anerkannte Konventions-Flüchtlinge sind. Der Grund ihrer Flucht waren Repressionen der Regierung, die ihnen wegen ihrer Sympathie zum Christentum angedroht wurden. Das Christentum hatten die beiden jungen Menschen durch ihre christliche Mutter kennen gelernt. Die Flucht im engen Kastenwagen war eine extreme Belastung. Sie hatten auf der Fahrt ständig Angst erwischt zu werden, und diese Fahrt dauerte 72 Stunden. Was diese Familie hier mitgemacht hat lässt sich nicht in Worte kleiden.
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