Pfarrbrief 16/1

"Euer Herz erschrecke nicht. Glaubt an Gott und glaubt an mich! Ich werde euch nicht verwaist zurück lassen, ich komme zu euch." Johannes-Evangelium 14,1; 18

Liebe Glaubensgeschwister,
Liebe Freunde unserer Kirchengemeinde!

Wie tröstlich, wie einfach - wenn dem aber nicht so ist?
Der Vers 18 im 14. Kapitel des Johannes-Evangeliums ist ein Versprechen, dass Jesus seinen Jüngern gib und spricht damit die Ausgießung des Heiligen Geistes zu Pfingsten an; die Verse in der Überschrift zielen sehr stark auf das innerstes Befinden von uns Menschen.
Wie schwierig ist es doch weg zu kommen von Äußerlichkeiten, die speziell den  Weg jedes einzelnen  kennzeichnen und schmücken. Mit WEG meint Jesus auf keinen Fall die Außenwirkung durch Besitz, Macht  und ähnliche Dinge! "Dies alles ist von rascher Kürze, und am Ende hat man es bereut". - Um es mit den trefflichen Worten Rainer Maria Rilkes auszudrücken! Vieles von dem, was unser Ansehen ausmacht hat möglicher Weise nur Symbolwert und kann sehr kurzfristig aber auch belastend sein - schnell verloren gehen  - durch  Einschnitte in unser Leben, die nicht berechenbar sind. "Das Wesentliche ist für das Auge unsichtbar." (Aus dem "Kleinen Prinzen") Tatsächlich, so ist es - der WEG, von dem Jesus spricht, ist keine Straße,  die von Baumeistern geplant und fleißigen Arbeitern mit Maschinen angelegt wurde. Eine Fahrspur,  auf der man  immer schnellere Fortbewegungsmöglichkeiten anstrebt, gepaart mit menschlichem Glück und Leid.  Dieses Leben hier zu meistern  mit unserer ganz persönlichen Einstellung und Überzeugung oder auch immer wieder zu scheitern, dieser WEG ist gemeint. Man könnte sagen, das ist die Einzigartigkeit, die uns zur götllichen Wahrheit führt und uns alle gleicht betrifft. Ein ausdruckstarkes Wort: betrifft, betroffen - wir sind betroffen, wir sollen betroffen sein, wenn Jesus spricht: "ICH BIN DER WEG, DIE WAHRHEIT UND DAS LEBEN", niemand kommt zum Vater,  außer durch mich." Dort hin sollte unser Lebensweg führen, offen werden wie ein Gefäß für diese Form von SPIRITUALITÄT - mit einem festen Boden für den Beistand, den uns Jesus verheißen hat. Er ist der Halt in unserem Leben, damit wir den Erschütterungen standhalten können, unseren Lebensweg aufrecht gehen und nicht abbiegen in einen Irrweg! Folgen wir ihm nach und unser Herz wird sich weiten für die  Freude und die Schönheit, die uns durch Gottes Schöpfung geschenkt ist, bewahren wir sie! Hier ist Gott - Gott ist dort, wo das Leben ist - Gott ist lebendig in der Vielfalt des Heiligen Geistes - schöpfen wir aus diesem Reichtum der Gaben, die uns geschenkt sind.

Mit diesen Gedanken wünsche ich Ihnen/Euch jetzt schon einen schönen Weg in den Sommer.

Ihre/Eure Vikarin Elisabeth Steinegger